Karl-Heinz Hauser, Christoph Lammers | Do. 16.04., Verein für Originalradierung, 19:00

HauserLammers
Der Gegensatz könnte kaum größer sein: Die reduzierten Schwarz- und Grautöne der Lithographien und Monotypien von Christoph Lammers (*1969) treffen auf die buntfarbigen Hochdrucke von Karl-Heinz Hauser (*1963). Malerische Strukturen und in einander fließende Farben treffen präzise Zeichnung banaler Dinge wie Hemden.

Hauser und Lammers haben für die Ausstellung in den Räumen des Radiervereins ein Konzept entwickelt, das ihre gegensätzlichen Arbeiten in einen Dialog treten lässt. Auch wer die Künstler jeweils kennt, wird also diesmal einen anders gefärbten Blick auf ihr Werk werfen können.

Karl-Heinz Hauser arbeitet in Serien, wenn er etwa dutzende male den Blick vom „Standort Staudach“ aus den Blick auf den Hochgern malt und die wechselnde Witterung das Thema wird. Das klassische Landschaftsbild diente ihm dann auch als Vorlage für eine Serie von Holzschnitten, die er mit farbigen Hochdrucken von Tetrapacktüten kombiniert, wodurch das Naturerlebnis zur psychedelische Farbenflut verfremdet wird, obwohl nur die drei Grundfarben zum Einsatz kommen. Das banale Material Tetrapack lässt sich zu präzis abgesetzten, homogen druckenden Hochdruckflächen verarbeiten. Hausers Begeisterung für klare Muster, die sich dann wieder überlagern und gegenseitig durchdringen, fand eine sinnige Relation im Sujet einer Serie mit Hemden. Das Muster der Druckplatte wird dabei zum Muster der Hemden. Oder er greift ein Thema aus der Kunstgeschichte auf: Picassos Linolschnittadaption von Lukas Cranachs Portrait einer jungen Frau, was zur Hommage auf beide Künstler und zur Reflexion über die Geschichte des Hochdrucks gleichermaßen wird.

In den Bildern von Christoph Lammers spürt man die spontane Aktion. Seit langem ist er als passionierter Zeichner in München bekannt und seit einigen Jahren lässt er sogar wandgroße Zeichnungen in Performances vor Publikum entstehen. Typisch ist dabei die überwiegende Reduktion auf Schwarz und Grau, in der der Künstler eine Vielfalt von fein abgestuften Farbtönen entwickelt. Die Lithographie ist für diese Mal- und Zeichentechnik das ideale Druckverfahren, bietet sie dem Künstler doch alle Möglichkeiten, die e rauch direkt auf dem Papier hat. In jüngster Zeit entstand eine Reihe von Monotypien, bei denen das Druckverfahren die Zeichnung ganz eigenartig verfremdet. Die auf eine glatte Fläche aufgetragene Farbe wird dabei in einem einmaligen Abzug direkt auf das Papier übertragen. Dieser „Abklatsch“ hält einerseits die Malerei auf der Platte genau fest und erzeugt andererseits eine leichte, sehr malerische Unschärfe. Dem auf Papier arbeitenden Maler-Zeichner kommen diese Effekte entgegen, wobei die Drucke der Arbeit von Christoph Lammers noch einmal eine ganz neue Wirkung geben.

Karl-Heinz Hauser, Christoph Lammers – Farbe und Tetra, Licht und Stein
Eröffnung: 16.04.2015, 19 Uhr | Einführung Nadja Henle, Museum Villa Stuck
Ausstellung bis 08. Mai 2015
Öffnungszeiten: Dienstag – Freitag 15 – 18:30 Uhr

Verein für Originalradierung
Ludwigstr. 7 Rgb., 80539 München

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