Lea Lublin – Retrospective | Mi. 24.06., Kunstbau Lenbachhaus, 19.00

Foto: unbekannt, Courtesy Estate of the artist/ Collection Nicolas Lublin
Foto: unbekannt, Courtesy Estate of the artist/ Collection Nicolas Lublin

Am Mittwoch 26. Juni ab 19 Uhr eröffnet die Ausstellung „Lea Lublin – Retrospective“ im Kunstbau des Lenbachhauses. Bei schönem Wetter wird der Empfang im Garten stattfinden – also Daumen drücken.

Mit nur zwölf Jahren beginnt Lea Lublin ihr Studium an der Akademie der Künste in Buenos Aires. 1968 stellt sie sich mit ihrem achtmonatigen Sohn in einem Pariser Museum aus. Zwei Jahre darauf wird eine Malerei der Künstlerin, von den Obrigkeiten als obszön empfunden, in Argentinien konfisziert und Lublin wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses zu drei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

In ihrer Ausstellung »Der Striptease des Jesuskindes« bei dem Pariser Galeristen Yvon Lambert wirft sie 1983 die Frage nach der Erotik in der christlichen Malerei auf. Auf den Spuren Marcel Duchamps in Buenos Aires entwendet sie 1990 dessen Briefkasten als Beweisstück für ihre Theorie des Readymades.

Dies sind einige wenige Stationen im Leben und Werk der argentinisch-französischen Künstlerin Lea Lublin (1929 Brest, Polen – 1999 Paris), die in Deutschland bislang nahezu unbekannt ist. Lublins dezidierte Hinterfragung des Bildes als ideologisches Konstrukt und ihr Postulat einer aktiven Einbeziehung des Betrachters sind für uns heute erneut von akuter Relevanz. Wir freuen uns sehr, mit der ersten Retrospektive zu Lublin in das vielschichtige Werk dieser Künstlerin einzuführen.
Mit einer Auswahl ihrer wichtigsten Arbeiten aus knapp dreißig Jahren konzentriert sich die Präsentation im Kunstbau auf wesentliche Aspekte in Lublins OEuvre: die Absage an die Malerei und Hinwendung zu interaktiven Environments, die Erklärung des Dialogs zur Kunstform, die Dekonstruktion des künstlerischen Bildes aus psychoanalytischer und feministischer Perspektive und die Recherche zu Marcel Duchamps Aufenthalt in Buenos Aires. Neben Fotografien, Zeichnungen, Wandinstallationen und Videos der Künstlerin können Besucherinnen und Besucher eine Rekonstruktion von Lublins Environment »Fluvio Subtunal« (1969) erleben.

Im Zuge der Ausstellungsorganisation hat das Lenbachhaus zahlreiche wichtige Werke aus dem Pariser Nachlass gesichert und restauriert. Viele Arbeiten sind zum ersten Mal seit 20 Jahren zu sehen. Die Präsentation wird durch Leihgaben aus dem Museum of Modern Art in New York, dem Centre national des arts plastiques, dem Fonds régional d’art contemporain Alsace und der Bibliothèque nationale de France ergänzt.

Anlässlich der Ausstellung erscheint ein umfangreicher farbig illustrierter Katalog mit Beiträgen von Stephanie Weber, Thibault Boulvain, Catherine Francblin, Teresa Riccardi, Monika Bayer-Wermuth, Isabel Plante und Pierre Restany. Die Publikation vereint die wichtigsten Schriften der Künstlerin, die erstmalig ins Deutsche und Englische übersetzt wurden.
Pressetext Lenbachhaus

Ausstellung bis 13. September
Öffnungszeiten: Di 10 – 21 Uhr | Mi – So 10 – 18 Uhr

Kunstbau
U-Bahnhof Königsplatz, Zwischengeschoss

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