Daniel Mayer | Karin Wimmer contemporary art

Ausstellung bis 13. November 2015

Daniel Mayer setzt sich in seinen Fotografien mit dem auseinander, was ihm am nächsten ist: dem menschlichen Gesicht. In fotografischen Abbildungen bekannter Musiker, Schauspieler oder auch unbekannter Models beschäftigt sich Mayer mit dem (fotografischen) Porträt als bildliche Präsenz der Maske einer Person.

Ausgangspunkt der Fotografien seiner Serie Fashion bei Karin Wimmer contemporary art, die seit Anfang der 2000er andauert, sind Aufnahmen von Models in den Backstagebereichen unterschiedlicher Modeschauen, unter anderem von Bernhard Willhelm, Pam Hogg oder Vivienne Westwood. Die Abbildungen Mayers stellen keine Dokumentationen der hektischen Vorbereitungen einer solchen Show dar. Vielmehr isoliert Mayer die meisten seiner ungeplant erwählten Modelle von jenem Trubel und lässt sie entweder vor einem vorbereiteten monotonen Hintergrund oder spontan gesichteten Ecken der Location posieren. Er unternimmt dabei den Versuch, die Models an diesen von Flüchtigkeit geprägten Orten ebenso konzentriert abzulichten wie im Studio.

Öffnungszeiten: Mittwoch – Freitag 13 – 18 Uhr | Donnerstag 13 – 19 Uhr | Sa. nach Vereinbarung
Karin Wimmer contemporary art, Amalienstraße 14, 80333 München

Auch Mayers Einzelporträts des Ensembles des Residenztheaters München wagen den Versuch eines Blicks hinter die dem Konzept Theater inhärente Maskerade, dem Schauspiel. Die beiden Serien unterscheiden sich vor allem formal voneinander. Daniel Mayer porträtiert die einzelnen Ensemblemitglieder vor einem reduzierten und neutralen (Studio-)Hintergrund. Die schwarz-weißen Brustporträts implizieren aufgrund entblößter Oberkörper eine gewisse Nacktheit der Abgebildeten. Dabei verschwimmt die überwiegend blasse Hautfarbe der Porträtierten auf den ersten Blick beinahe mit dem hell-grauen Farbton des Hintergrunds. Diese scheinbar sachliche Darstellung ohne Requisiten, Attribute oder Accessoires evoziert die absolute Konzentration auf das Subjekt hinter der Maskerade einer Rolle. So lässt die visuelle Isolation die Porträtierten zu einer Art Symbol ihrer Selbst werden. Im Hinblick auf die ursprüngliche Präsentation dieser Serie im Spielzeitheft des Residenztheaters erscheinen jene Porträts jedoch wie leere weiße Leinwände, die sich der Farbauftragung der Regisseure darbieten. Dies ermutigt, den Fokus auf einen Blickwechsel zwischen Abgebildeten und Betrachtenden zu legen. In ihrer lebensechten Präsentation ermöglichen die Porträts den Rezipierenden auf diese Weise, ihren eigenen Dialog und Austausch mit den Fotografien entstehen zu lassen.
Pressetext Karin Wimmer contemporary art

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