PARASTOU FOROUHAR | Galerie Karin Sachs


Ausstellung bis 22. Oktober 2015

Die Galerie Karin Sachs zeigt momentan eine Ausstellung mit der iranischen Künstlerin Parastou Forouhar. Ihr künstlerisches Werkzeug ist das Ornament, die unendliche Wiederholung ein und derselben Form. Das Ornament besteht aus Körpern. Das Leiden wird allein durch Gesten und Verrenkungen der Leiber ausgedrückt. Das Ornament steht für die Wiederholung von Handlungen, die der Bewegung und die der Gegenbewegung. Aus dem Schönen erwächst so ein endlos fortsetzbares Bild menschlicher Grausamkeiten: Gleichsam eingewoben in die Normalität, erst auf den zweiten Blick zu erkennen.

Parastou Forouhar bezeichnet ihre Ornamentik als eine „erstickende Welt der Muster“. Denn das Ornament zwingt zur Unterordnung unter ein sich gleichförmig wiederholendes Raster. Für die Künstlerin wird es zum Symbol für einen totalitären Machtanspruch, der sich an beide Seiten richtet: sowohl an die Täter, als auch an die Opfer. Es geht nicht nur um Täter und Opfer in moralischen Kategorien, es geht um Täter und Opfer innerhalb der Strukturen, und darum, dass sich in totalitären, in militaristischen oder in faschistischen Strukturen die Spirale der Gewalt endlos fortsetzt. Denn auch Täter können leicht zu Opfern werden, wenn es etwa darum geht, Handlanger, die zu viel wissen, loswerden.

Redebeitrag von Dr. Claudia Emmert anläßlich der Ausstellung „Die Poesie der ungeliebten Wahrnehmung“, 2012  mit Parastou Forouhar.

Öffnungszeiten: Dienstag – Freitag 13 – 18 Uhr | Samstag 12 – 16 Uhr
Galerie Karin Sachs, Augustenstrasse 48, 80333 München

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