Janis Avotins | Galerie Rüdiger Schöttle

Ausstellung bis 25. Juni 2016

Die Galerie Rüdiger Schöttle präsentiert erneut Werke des lettischen Künstlers Jānis Avotiņš. Seine aktuellen Arbeiten zeigen sublime Szenerien vereinzelter Passanten vor Architekturkulissen wie auch Gruppierungen von Menschen, die an Berichterstattung politisch-gesellschaftlicher Ereignisse in historischen Zeitungen denken lassen. Kombiniert wird dieser Werkzyklus mit Malereien von sich in tänzerischen Posen befindenden Figuren.

Öffnungszeiten: Dienstag – Freitag 11 – 18 Uhr | Samstag 12 – 16 Uhr
Galerie Rüdiger Schöttle, Amalienstraße 41 Rgb., 80799 München

Avotiņš ist bekannt für seine diffusen und geheimnisvollen Gemälde von menschlichen Gestalten in undifferenzierten Räumen. Die zarten Erscheinungen seiner Figuren lassen eine ephemere Wirklichkeit erahnen. Schleierartig-nebulöse Farbgebung taucht die Motive in eine unzugänglich Stille, zugleich aber zeugen die Figuren von einer eindringlichen Präsenz. Gerade durch das Herauslösen aus einem Kontext und  durch Metaphern von Auslassung und Leere reflektiert Avotinš u.a. die Mechanismen von kulturellen Symbolsystemen, Kollektivsymboliken oder Ideologien: Die Figuren ohne Umgebungseinbettung und somit zuordenbare Milieus oder Funktionen sind auf sich alleine zurückgeworfen. Avotiņš‘ künstlerische Praxis reflektiert somit stets subjetive und objektive Wirklichkeitskonstruktionen sowie die Auflösung und Transformation von gesellschaftlichen Strukturen und Wahrheiten.

Die Farben trägt der in Riga lebende Maler zumeist so fragil und in dünn lasierenden Schichten auf, dass die Leinwandstruktur in das Bild mit einbezogen wird und dabei die atmosphärische Wirkung seiner Gemälde unterstützt. Dunkle Farbpigmente, die an der Struktur haften bleiben und somit eine feine Körnung der Oberflächen entstehen lassen, erinnern an alte Fotografien oder Zeitungsbilder.

Auch Avotiņš‘ neue Werke lassen sein stetes Interesse an phänomenologischen Fragestellungen über das menschliche Bewusstsein erkennen. Darüber hinaus weisen einige Arbeiten rebellische Stimmungen und Motive auf. Seine Darstellungen von Tanz und Bewegung stehen für Leichtigkeit und Transzendenz und verkörpern gerade in Verbindung mit den stilleren und statischeren Motiven Begrifflichkeiten von Dynamik, Widerstand und Befreiung.

Jānis Avotiņš wurde in Lettland geboren und hat an der Kunstakademie von Lettland studiert. Im In‐ und Ausland ist er mit zahlreichen Einzel‐ und Gruppenausstellungen präsent. Im Rahmen einer Nominierung für den „Prix Jean-Francois Prat“ werden ab April 2016 Arbeiten von Jānis Avotiņš im Pariser Palais de Tokyo gezeigt. (Pressetext S. Kunz)

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