Robert Elfgen | Tanja Pol Galerie

Ausstellung bis 02. April 2016

Tolle Ausstellung!

Für seine zweite Einzelausstellung bei Tanja Pol Galerie bringt Robert Elfgen (geb.1972 in Wesseling, lebt und arbeitet bei Köln und in Berlin) erneut Bilder und Installatives zusammen.
In seinen neuen Bildern vereint er unter anderem Landschaftsmotive mit Frauenbildnissen: weibliche Figuren schauen, rauchen, oder trainieren an der Ballettstange. Ein schwebender Frauenkopf ohne Körper schaut in die Ferne in einem fast glühenden Farbverlauf von Ultramarin zu Violett. Es ist ein Blick in alle Richtungen, zurück, in die Zukunft, mit einer sehr zwingenden Präsenz. Elfgens hochformatige Landschaften, die er teilweise mit Pflanzenteilen auf mit Beize und Tusche bearbeitetem Holz collagiert, sind verstörend schön. Jenseits von expliziten moralischen oder politischen Botschaften, ohne Referenz auf mediales Tagesgeschehen irritiert er auf sehr subtile Weise.

Öffnungszeiten: Di. – Fr. 11 – 18 Uhr | Sa. 12 – 15 Uhr
Tanja Pol Galerie, Ludwigstrasse 7, 80539 München

Die Technik der Bilder liegt offen, man sieht Pflanzenteile, Holzmaserung, glänzendes Finish, dennoch bleibt es seltsam rätselhaft, wie das Werk zustande gekommen ist. In einigen Bildern wird man an Landschaftsfotografie erinnert, eine andere Landschaft zeigt Nähe zu barocken niederländischen Seestücken mit tiefem Horizont und dickem, glänzendem Firniß. Die Motive und die Formensprache sind sehr einfach, und trotzdem sieht man sich konfrontiert mit einer fast überkomplexen Botschaft. Landschaft, Schönheit, Sehnsucht, die menschliche Figur, leuchtende Farben sind die Parameter dieser Ausstellung. Wie weit kann man den Schönheitsbegriff ausdehnen, bevor das Werk gefällig oder kitschig wird? In den Titeln wendet Elfgen eine wiederholt eingesetzte Strategie an, er vergibt Titel an die komplette neue Werkgruppe aus einem geschlossenen Kontext: Alle Bildtitel sind Boots- oder Schiffsnamen. Auch hier wird wie im Titel auf ein tradiertes Sehnsuchtsmotiv verwiesen.
In der Ausstellung gibt es eine einzige männliche Figur, möglicherweise ein Alter Ego des Künstlers. Vorgebeugt sucht er auf dem Boden in einem Haufen Buchstaben, wie der Betrachter erkennt. Wenn Malerei eine andere Art zu reden ist, wie der Künstler Markus Bacher sagt, ist dieses Werk möglicherweise das Schlüsselbild der Ausstellung.

Robert Elfgen hatte bereits 2004 eine Einzelausstellung im Bonner Kunstverein,; sowie 2015 im Kunstverein Oldenburg, 2016 widmet das Leopold-Hoesch-Museum in Düren ihm eine grossangelegte Einzelausstellung (Katalog). Seine Arbeiten sind in internationalen Sammlungen vertreten, u.a. Kunstsammlung NRW, Düsseldorf; Zabludowicz Collection, London, GB; Sammlung Goetz München; Rubell Family Collection, Miami, FL, USA. Robert Elfgen wird vertreten von Sprüth Magers Berlin London Los Angeles, Tanja Pol Galerie und Marianne Boesky, New York. (Pressetext Tanja Pol Galerie)

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