10 Fragen an Uli Aigner, Leitung Lothringer13 Halle von 2006 – 2010, Künstlerin

Uli Aigner

Was ist Ihr Beruf? Was steht auf Ihrer Visitenkarte unter Ihrem Namen?
Nur Uli Aigner steht da

Woran arbeiten Sie gerade?
Berlin kennen zu lernen. An einer Million Porzellangefäße (website von Lisa Erb eine-million.com),  an der „Offenen Form“, einer chronologischen Serie großformatiger Buntstiftzeichnungen und Installationen, an einem Buch.

Was hat Sie in der Kunstwelt bisher am meisten auf die Palme gebracht?
Die unangenehmen Spannungen zwischen den verschiedenen Kunstwelt-Milieus.

Wie verändert das Internet Ihre Arbeitsweise?
Früher hat ein Ort meinen Handlungsspielraum bestimmt, nun ist mein Handlungsspielraum global.

Was mögen Sie am meisten an Ihrer Galerie?
Meine Galeristin Elisabeth Melichar in WIen

Goldene Bar oder Schumann´s?
Schumann´s am Vormittag

München war einmal eine Künstlerstadt, jetzt wird hier nur noch ausgestellt. Was meinen Sie?
München in seiner Ordnung und satten Befindlichkeit, stellt sich selbst kulturpolitisch nicht recht in Frage. Wozu auch?
Als Künstlerin bin ich in München in den 10 Jahren nie recht angekommen. Aus München wollte ich weg, da mir der Resonanzraum für meine Arbeit als Künstlerin gefehlt hat. Es gibt jedoch einige Orte, die für die in der Stadt lebenden KünstlerInnen wichtig sind, der Weltraum, der Kunstraum, die Platform, Villa Waldberta, verschiedene von KünstlerInnen betriebene Ausstellungsräume, auch einige Galerien, die ihre KünstlerInnen in der Produktion unterstützen und sie somit auch ermöglichen. Und einige Gruppierungen und deren Tun an der Akademie natürlich. Das sind Orte wo Diskurse entstehen und stattfinden, überlebensnotwendige Biotope für KünstlerInnen, wenn man so will.
Als Kuratorin der Lothringer13 hatte ich aufgrund der großzügigen und vielschichtigen Räumlichkeiten die sehr spannende Chance, Produktionsort für einige Künstler und Künstlerinnen und deren Gefolgschaften bieten zu können und darüber hinaus auch eine Öffentlichkeit herzustellen. Durch die hohen Lebens- und Mietkosten in München sind die Produktionsmöglichkeiten für KünstlerInnen stark eingeschränkt.  Die vielen städtischen Förderungen greifen sehr  reglementierend in die Szene ein. Nichts prägt ein Werk mehr, als der Kontext in dem es entsteht. Der Wohlstand, das hohe Maß an Bürokratie des Freistaates Bayern und vor allem der LH München, erzeugt eine Exklusivität auf allen Ebenen. Da ist es schwierig mit der zeitgenössischen bildenden Kunst, die sich  kritisch an die Gesellschaft wenden will, erneuern will. Und nicht nur bezahlt, aber ohne Resonanz dastehen will. Genau für diese Kritik am Bestehenden scheint München, mit ganz wenigen Ausnahmen, nicht gerade aufnahmelustig zu sein.

Eine „Superpower“, welche wäre es?
Nicht schlafen zu müssen!

Fünf Uhr nachmittags an einem typischen Sonntag – was machen Sie gerade?
Mit meiner Familie, 4 Kindern und einem Mann, zusammen sein. Gemeinsam versuchen, nichts zu tun.

Welches Buch lesen Sie zur Zeit?
Peter Handke „Gestern Unterwegs, Aufzeichnungen November 1987 bis Juli 1990“, Hannah Arendt „Vita Activa“,  „….auf Allerhöchsten Befehl – Königsgeschenke aus der Königlichen Porzellan-Manufaktur“, Berlin KPM, „Die eifersüchtige Töpferin“ von Claude Lévi Strauss, „The shape of Time“ von Georg Kubler, etc…

Herzlichen Dank an Uli Aigner für das Interview!

Der Bildband „Gemacht! Done!“ gibt Einblick in die kuratorische Tätigkeit von Uli Aigner. Sie leitete von 2006 bis 2010 den legendäre, Münchner Kunstraum Lothringer13.

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